5. Venture Night Berlin am 20. Juni 2017: „Startups meet „Old School“ Business – Friends or Frenemies?“

Der 20. Juni 2017 war ein heißer Tag, wie viele Tage und Nächte im Sommer diesen Jahres in Berlin.

Trotz der hohen Temperaturen trafen sich an diesem Abend, unter dem Dach des EnergieForums Berlin am Ostbahnhof, Vertreter von Unternehmen, Kammern, Verbänden und Einrichtungen der Wissenschaft, um sich zu den unterschiedlichen Positionen und dem Verhältnis von Startups und etablierten Unternehmen auszutauschen.

Die inhaltliche Grundlage der Diskussion wurde von drei hochkarätigen Referenten und zugleich erfolgreichen Unternehmern gelegt. Herr Olaf Höhn, Geschäftsführer der Florida-Eis Manufaktur GmbH und Herr Dr. Edgar Reuter, Kaufm. Vorstand der REUTER AG Manufacturing, stellten die Positionen von etablierten Mittelständlern dar. Herr Richard von Schaewen, Geschäftsführer der Aaron GmbH, erläuterte die Besonderheiten des Managements eines aufstrebenden Startup Teams im Bereich der Künstlichen Intelligenz (AI) und das Erfordernis der aktiven Beteiligung und Einbindung des Teams in den Managementprozess.

Zunächst referierte Herr Höhn zum Thema „Ohne uns kein erfolgreiches Wirtschaften“, verbunden mit kritischen aber auch launigen Bemerkungen zu den täglichen Problemen, mit denen sich ein innovativer Eisfabrikant in Berlin beschäftigen muss. Dr. Reuter bezeichnete sich als eher konservativer Unternehmer, der sich den Anforderungen der Digitalisierung stellt, zuallererst jedoch auf eine seine langjährig erfahrenen Mitarbeiter setzen muss.

Richard von Schaewen schätzte ein, dass die etablierten Mittelständler zukünftig stärkeren Zwängen im Bereich der Digitalisierung ausgesetzt sein werden. Die Suche nach Möglichkeiten der Effizienzsteigerung durch Nutzung von Methoden und Erkenntnissen der künstlichen Intelligenz wird an Bedeutung gewinnen.

An der anschließenden Podiumsdiskussion, nahm neben den Referenten auch Frau Prof. Dr. Magdalena Mißler-Behr, Lehrstuhl für Planung, Innovation und Gründung an der BTU Cottbus-Senftenberg, teil. Sie verwies auf die wachsende Rolle von Startups für den Modernisierungsprozess des Mittelstandes und historisch bedingte Unterschiede bei der Entwicklung von regionalen Innovationszentren.

Der Moderator, Prof. Groß, stellte die Frage in den Vordergrund, ob sich etablierte Unternehmen von den nachrückenden und z.T. wachstumsstarken Startups bedroht fühlen. Weiterhin wurde diskutiert, ob beide Seiten voneinander abhängig und zukünftig aufeinander angewiesen sind.

Im Ergebnis stellten die Diskutanten trotz unterschiedlicher Sichtweisen einvernehmlich fest, dass sowohl die Kreativität und Innovation der Startups als auch die auf Stabilität und Rentabilität ausgerichteten Managementprozesse der etablierten Unternehmen zwei Seiten einer Medaille ausmachen, die einander bedingen und sich gegenseitig befördern. Mit einem klaren Statement zur persönlichen Bereitschaft privates Kapital für wachstumsstarke Startups einzusetzen sowie einer kühlenden, versöhnlichen Portion Florida-Eis endete die 5. Venture Night Berlin.