Kurzinterview mit Technischer Hochschule Wildau

Fragen an Prof. Dr. Marcus Frohme, Technische Hochschule Wildau, Abteilung Molekulare Biotechnologie und Funktionelle Genomik

 

1. Bitte stellen Sie uns Ihr Unternehmen kurz vor.

Die Technische Hochschule Wildau ist eine moderne, zukunftsorientierte und praxisnahe Hochschule für angewandt Wissenschaften. Zu den neueren innovativen Studiengängen zählen Telematik, Luftfahrttechnik/Luftfahrtlogistik und Biosystemtechnik/Bioinformatik. Im letzteren ist Prof. Dr. Marcus Frohme seit 2007 Professor für Molekularbiologie und etablierte die Abteilung Molekulare Biotechnologie und Funktionelle Genomik, die aktuell rund 10 Mitarbeiter (ohne Studenten) umfasst.

Der Praxisbezug ist ein besonderes Kennzeichen der TH Wildau. Kooperationsnetzwerke verbinden die Hochschule mit international tätigen Großunternehmen und Unternehmen der Region. Die TH Wildau gehört zu den drittmittelstärksten Hochschulen in Deutschland. Der Abteilungsleiter verfügt über umfassende Erfahrungen im Projektmanagement, er arbeitet in mehreren Kooperationen mit Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen und hat seit 2007 rund 8 Mio. Euro Forschungs- und Industriemittel eingeworben und zahlreiche Publikationen veröffentlicht.

 

2. Sie sind Mitglied im ZIM Kooperationsnetzwerk „Mikroalgen – nachhaltige Quelle hochwertiger Naturstoffe“. Wo liegt die Schnittstelle zwischen diesen Bereichen und Ihrem Unternehmen?

Die Abteilung Molekulare Biotechnologie und Funktionelle Genomik arbeitet seit Jahren mit Mikroalgen – insbesondere Cyanobakterien. Die Mitarbeiter entwickelten eine miniaturisierte, automatisierte Kultivierung für phototrophe Mikroorganismen auf einer Liquid Handling-Plattform. Bis zu 192 Proben können simultan bearbeitet und während der Kultivierung Bedingungen wie CO2-Konzentration, Temperatur oder Lichtintensität angepasst werden. Außerdem ist eine tägliche Messung von Vitalität, Wachstumsrate, optischer Dichte und Absorptionsspektren integriert. Die Abteilung hat Erfahrungen mit der Stamm-Optimierung (z.B. für eine höhere Temperaturtoleranz bei Synechocystis sp.) und verfügt über sehr gut ausgestattete analytische Labore. Somit können interessante Stoffwechselprodukte der Mikroalgen für verschiedenste Anwendungen nach der Kultivierung identifiziert werden. Für die Analyse stehen HPLC, Tandem-Massenspektrometrie, MALDI-TOF MS oder Gaschromatographie zur Verfügung. Weiterhin stehen auch molekularbiologisch-gentechnische Techniken inkl. qPCR und NGS zur Verfügung. Projektleiter ist Prof. Dr. Marcus Frohme.

 

3. Welche Projekte planen Sie innerhalb des Netzwerks?

  • LAMA – LED-Array for MicroAlgae – Entwicklung von miniaturisierten LED-Arrays zur Anwendung in der Mikroalgenbiotechnologie
  • Entwicklung von Impfstoffen aus/in Mikroalgen

 

4. Das Netzwerk verfügt auch über Kontakte zu Unternehmen und Institutionen in Australien und Süd-Korea. In welcher Form können Sie diese Kontakte für Ihre Arbeit nutzen?

Wir hoffen, dass aus unseren Kontakten Kooperationsprojekte entstehen:

  • Mit dem “Advanced Water Management Centre” (Dr. Tim Hülsen), University of Queensland wollen wir für Purpurbakterien eine automatisierte Kultivierung mit LED-Arrays entwickeln.
  • Um Vakzine aus/in Mikroalgen zu entwickeln, stehen wir in Kontakt mit dem “Plant Functional Biology and Climate Change Cluster” (Peter Ralph), University of Technology Sydney, sowie dem Centre for Solar Biotechnology (Prof. Dr. Ben Hankamer), University of Queensland leitet.