Kurzinterview mit Alfred-Wegener-Institut

Fragen an Dr. Joachim Henjes, Alfred-Wegener-Institut, Hemholtz-Zentrum für Polar- und Messforschung, Bremen

 

1. Bitte stellen Sie uns Ihr Unternehmen kurz vor.

Die Gruppe Aquakulturforschung ist innerhalb der Stabsstelle Wissens- und Technologietransfer am Alfred-Wegener-Institut angesiedelt und unser Team forscht nach neuen Produkten und Systemen, die in der Aquakultur in Deutschland als auch weltweit Anwendung finden. Unsere Projekte, Ergebnisse und die daraus entstehenden Produkte, zielen auf eine nachhaltige, tier- und gesellschaftsgerechte Aquakulturproduktion ab. Dabei sind Aspekte wie ökonomische Produktivität und Ernährungssicherheit stets Bestandteil unserer Konzepte.

 

2. Sie sind Mitglied im ZIM Kooperationsnetzwerk „Mikroalgen – nachhaltige Quelle hochwertiger Naturstoffe“. Wo liegt die Schnittstelle zwischen diesen Bereichen und Ihrem Unternehmen?

Durch eine intelligente Kopplung verschiedener Wissenschafts- und Wirtschaftsbereiche kann mit der Algentechnologie ein neuer Weg beschritten werden, der aktiven Umweltschutz mit umweltgerechter Rohstoffproduktion verbindet. Die Arbeiten in der Gruppe Aquakulturforschung beschäftigen sich mit folgenden Schnittstellen:

  • der industriellen Umsetzung der Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung,
  • der Selektion, der Produktion und der optimierten Kultivierung von Mikroalgen, die für eine industrielle Verwertung besonders geeignet sind,
  • der Entwicklung und Anwendung geeigneter Kultivierungsverfahren für die gezielte Produktion von Mikroalgen-Inhaltsstoffen,
  • der Erhöhung von Wachstumsraten und Biomasse-Ausbeute,
  • der Entwicklung von Verfahren zur Reduktion der Produktionskosten.

 

3. Welche Projekte planen Sie innerhalb des Netzwerks?

  • TAPIR – Thermo-acidophiles Phycocyanin aus Rotalgen
  • BIOMARINA – Marennin als antikanzerogenes Nahrungsergänzungsmittel

 

4. Das Netzwerk verfügt auch über Kontakte zu Unternehmen und Institutionen in Australien und Süd-Korea. In welcher Form können Sie diese Kontakte für Ihre Arbeit nutzen?

Wir haben eine Beteiligung an dem australischen Marine Bio-Products & Biotechnology (MBB-CRC) beantragt.