Kurzinterview mit Forschungs- und Transferzentrum Leipzig e.V.

1. Bitte stellen Sie uns Ihr Unternehmen kurz vor.

Das Forschungs- und Transferzentrum Leipzig e.V. (FTZ Leipzig) verbindet Industrie, Wirtschaft und Kommunen mit dem wissenschaftlich-technischen Potenzial der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig. Es fungiert als die organisatorische und rechtliche Plattform für kooperative Forschungs- und Entwicklungsprojekte und bildet eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis.

Dazu bietet es ein interdisziplinäres System für die angewandte Forschung, die Entwicklung von Produkten, den Wissenstransfer und die Weiterbildung an. Ebenso steht es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der HTWK Leipzig zur Seite, die Forschungsergebnisse in die wirtschaftliche Nutzbarkeit zu überführen möchten.

Das FTZ Leipzig arbeitet als selbständige Einrichtung der angewandten Forschung und hält attraktive Forschungs- und Entwicklungsangebote vor. In enger Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig bietet das FTZ Leipzig Leistungen auf den Gebieten Energie- und Umwelttechnik, Bautechnik/Bautechnologie, Automatisierungssysteme/Technische Informatik/Kommunikationstechnik und Sozialwesen an. Das FTZ Leipzig versteht sich als Bindeglied zwischen Hochschule und Wirtschaft, mit dem Ziel, das wissenschaftlich-technische Potenzial der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig zur Lösung vielfältigster Aufgaben aus Industrie, Wirtschaft und Kommunen auszuschöpfen.

Seit 2011 arbeitet die Nachwuchsforschergruppe  G² Gruppe Geotechnik 2011 an den Forschungsthemen des Lehrgebietes Bodenmechanik, Grundbau, Fels- und Tunnelbau unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Ralf Thiele, Dr.-Ing. Friedemann Sandig und Prof. Dr.-Ing. Said Al-Akel. Der Forschungsschwerpunkt dieser Nachwuchsforschergruppe liegt in der Modifizierung, Prüfung und Kennwertverbesserung von Böden in Grund- und Deichbau, dem alternativen Materialeinsatz sowie der Optimierung und Weiterentwicklung geotechnischer Einbau- und Verdichtungsgeräte. Dabei ist der Grundgedanke eine alternative oder modifizierte Anwendung von bekannten Geräten und Materialien zur Kostenreduzierung und Ressourcenschonung von der Idee bis zur baupraktikablen Umsetzung.

G² Gruppe Geotechnik ist heute ein interdisziplinär angelegter Pool von Wissenschaftlern, Technikern und Studenten mit der Kernaufgabe, Forschungsfragestellungen in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zu entwickeln und zu beantworten. Sie erbringt im Sinne von Dienstleistungen auch wissenschaftlich-technische Prüf- und Beratungsleistungen. G² Gruppe Geotechnik versteht sich als lebendiges Bindeglied zwischen praxisnaher Forschung und Entwicklung einerseits und den täglichen wirtschaftlichen, technischen und praktischen Bauaufgaben andererseits. Die Nachwuchsforschergruppe G² Gruppe Geotechnik führt geotechnische, praxisnahe und anwendungsorientierte Forschungen mit regionalen und überregionalen Unternehmen, Ingenieurbüros und Behörden durch. Ziel ist dabei neben der angestrebten Promotion der Projektbearbeiter eine baupraktisch nachnutzbare Neu- und Weiterentwicklung von geotechnischen Verfahren und Baustoffen. Dabei nutzen wir unterschiedliche Förderprogramme von Bund und Land.

G² Gruppe Geotechnik steht damit der gesamten Baupraxis als Forschungspartner für problem- und anwendungsorientierte Forschung zur Verfügung. Die Forschungsansätze entstehen aus und gemeinsam mit der Baupraxis und werden üblicherweise durch gemeinsame Beantragung und Bearbeitung gelöst. Für die Lösung der Aufgaben und Probleme stehen ein interdisziplinäres Forscherteam, mehrere Labore und sonstige Gerätetechnik sowie das Knowhow der Gruppe zur Verfügung. Fachübergreifende Probleme werden gemeinsam mit anderen Instituten der HTWK und den Versuchsstätten der Hochschule bearbeitet. G² Gruppe Geotechnik berät auch zu unterschiedlichen Fördermöglichkeiten und betreut die  gemeinsame Projektphase.

 

2. Sie sind Mitglied im Netzwerk „UtBr – Umwelttechnologie und Bodenrekultivierung“. Wo liegt die Schnittstelle zwischen diesen Bereichen und Ihrem Unternehmen?

Das FTZ Leipzig und die Nachwuchsforschergruppe G² Gruppe Geotechnik arbeiten an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Für viele Fragestellungen und Lösungsansätze werden interdisziplinäre Kooperationsverbünde gesucht und aufgebaut. Das Netzwerk UtBr wurde aus Sicht des FTZ Leipzig und der G² Gruppe Geotechnik auf Grundlage mehrerer zukunftsorientierter, wichtiger wissenschaftlicher Fragestellungen mit hohem wirtschaftlichem Verwertungspotential aufgebaut. Die Schnittstelle zu umwelttechnischen, biologischen und technologischen Disziplinen ist zur Bearbeitung der Thematik zielführend und durch die Partnerschaften gut untersetzt. Das FTZ Leipzig und G² Gruppe Geotechnik erkennen für sich auch ein über die Arbeitsphase von UtBr hinaus gehendes, nutzbares Netzwerkpotential.

 

3. Was sind Ihre Ziele in diesem Netzwerk? Und welche Projekte planen Sie innerhalb des Netzwerks?

Die Zielstellungen innerhalb UtBr werden z.Z. ausschließlich über ein Teilnetzwerk zwischen SGL, Texplor und FTZ formuliert. Kernziele sind:

  • Entwicklung eines neuen Messsystems zur Erfassung des Bodenzustandes, unter Berücksichtigung von geophysikalischen und geotechnischen Erkundungsmethoden
  • Entwicklung einer Bewertungsmethode. Zwei Möglichkeiten zur Bewertung:
    • Festlegung eines Grenzwertes oder Levels, die eine ausreichende Tragfähigkeit, bzw. Verbesserung des Bodens darstellt bzw. ausweist
    • Suche nach Fehlstellen im Untergrund
  • Festlegung eines Tiefenbereiches (Interessentiefe). Abgrenzung der Erkundungstiefe durch die Verfahren oder durch die Anforderungen der Flächennutzung??

Innerhalb einer ersten bearbeitungsstufe wurden dazu folgende Schwerpunktaufgaben formuliert:

  • Auswahl und Festlegung von physikalischen und geotechnischen Verfahren
  • Formulierung von technischen Problembereichen
  • Planung und Ausführung von Messungen auf Probefeldern
  • Aufbau von makroversuchen (provozierte Störstelle)
  • Datenaufbereitung, -auswertung
  • Entwicklung der geotechnisch-geophysikalischen Schnittstelle

Zielstellung ist die Beantragung eines Kooperations-Forschungsvorhabens im März 2018 unter dem Thema „Flächendeckende Tiefenverdichtungskontrolle mittels neuer Messsysteme als Voraussetzung für die Optimierung der Bodenbearbeitung“ (Texplor GmbH und FTZ Leipzig).

 

4. Warum können Sie anderen Unternehmen eine Arbeit im Netzwerk empfehlen?

  • Zuordnung der eigenen aktuellen Fragestellungen in übergeordnete Themenbereiche
  • strategische Erweiterung des Investitionsfeldes
  • Aufbau/Ausbau einer Forschungsabteilung
  • Interaktion mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf Tagungen, Messen u.ä. (Wissensaustausch)
Veröffentlicht in UTBR